Beckenboden Basics
Hier erfährst du alles Wichtige über den Beckenboden : Anatomie, Physiologie, Aufgaben und jenseits des Physischen, ein wenig über Energie und den Zusammenhang mit der Psyche
Viel Spaß beim Lesen!
Hier erfährst du alles Wichtige über den Beckenboden : Anatomie, Physiologie, Aufgaben und jenseits des Physischen, ein wenig über Energie und den Zusammenhang mit der Psyche
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Wo genau ist der Beckenboden und wie kannst du ihn finden?
Wir starten mit der Wahrnehmung an den knöchernen Eckpunkten des Beckens an denen der Beckenboden befestigt ist : dafür suchst du dir mit deinen Händen zunächst dein Schambein, die vordere Begrenzung deines Beckens. Dann setzt du dich auf deine Händen und fühlst die Sitzbeinknochen, hier kannst du Muskelaktivität spüren, wenn du den Beckenboden sanft nach innen ziehst. Die hintere Begrenzung des Beckens ist das Steißbein, welches sich zwischen den Gesäßmuskeln befindet – das letzte Ende deiner Wirbelsäule.
Zwischen diesen knöchernen Eckpunkten spannt sich dein Beckenboden auf. Er bildet eine Schale, die deine Organe trägt und deinen Oberkörper nach unten hin abschließt. In dieser Schale befinden sich Öffnungen für den Enddarm, die Vagina (bei Frauen) und die Harnröhre.
Die einzelnen Schichten des Beckenbodens
Der Beckenboden ist nicht ein einzelner Muskel, sondern er besteht aus 3 miteinander verbundenen Schichten, deren Gewebezusammensetzung sich unterscheidet. Wir finden neben muskulärem Gewebe, auch fasziales Gewebe und Bindegewebe. Der weibliche Beckenboden hat deutlich mehr bindegewebige Anteile, weil er sich für Schwangerschaft und Geburt ausdehnen muss.
Die äußere Schicht des Beckenbodens besteht aus Muskelfasern, die sich wie eine Acht um die Körperöffnungen legt. Diese Schicht können wir ganz leicht mit unserer Wahrnehmung erfassen, weil wir sie täglich benutzen. Wir steuern hier die Ausscheidung – also das Loslassen und Hineinlassen.
Die mittlere Schicht die sich zwischen den Sitzbeinen aufspannt, lässt sich nicht ganz so leicht erspüren. Hier ist bei Frauen der Blasenschließmuskel eingebettet. Du kannst diesen Bereich aktivieren, in dem du dir vorstellst, die Sitzbeinhöcker ganz sanft aufeinander zu zubewegen. Das ist eine minimale Bewegung und sie braucht nur 20% der Kraft, die möglich wäre.
Die innere Beckenboden Schicht hat die Form einer Schale und kleidet fächerförmig das untere Becken aus. Ähnlich einer Hängematte spannt sie sich zwischen Steißbein und Schambein auf. Die innere Schicht ist über Faszien mit den Beckenwandmuskeln, den Hüften- und Rückenmuskeln verbunden. Das ist wichtig zu wissen, wenn du verstehen willst, dass der Zustand deines Beckenbodens Auswirkungen auf deinen ganzen Körper hat.
Alle 3 Schichten kreuzen am Damm, dem Bereich zwischen Anus und Vaginalöffnung (bei der Frau) und dem wichtigsten Wahrnehmungspunkt des Beckenbodens.
Wie schon erwähnt besteht der Beckenboden aus verschiedenen Gewebestrukturen – Muskelfasern, Bindegewebe und faszialem Gewebe.
Die Muskulatur ist ähnlich dem Bizeps, nur deutlich zarter. Sie wird als Tiefenmuskulatur bezeichnet und kann deshalb nicht so einfach aktiviert werden wie der Bizeps. Es braucht bewusste Wahrnehmung aus der Entspannung heraus.
Mehr noch als Muskeln besteht der Beckenboden aus Bindegewebe, was auch ein Grund ist, dass der Beckenboden niemals so stark wie der Bizeps wird. Bindegewebe enthält viel flüssige Grundsubstanz und braucht fliessende Bewegungen um saftig zu sein. Die Grundnahrungsmittel für das Bindegewebe (und auch die Faszien) sind also Bewegung und Wasser.
Faszien sind festeres Bindegewebe, was eine netzartige innere Struktur hat. Dieses Gewebe kann verfilzen und seine Elastizität verlieren, wie ein zu heiß gewaschener Wollpulli. Das passiert, wenn es zu wenig Stimulation durch vielfältige Bewegungen bekommt. Das fasziale Gewebe umhüllt die Muskeln und durchzieht sie, deshalb ist es möglich dass die Schichten des Beckenbodens aus genannten Gründen miteinander verkleben und evtl manuell gelöst werden müssen.
Der weibliche Beckenboden hat deutlich mehr bindegewebige Lücken als der männliche, weil er sich bei Schwangerschaft und Geburt auf ein Vielfaches ausdehnen muss. Bei liebevoller Achtsamkeit braucht es ca ein Jahr und dann ist der Beckenboden wieder hergestellt.
Lass mich dir anhand der Aufgaben des Beckenbodens erklären, wie er funktioniert.
Halten und Tragen
Die Schichten des Beckenbodens mit ihrer verwobenen Struktur sind dafür gemacht, den Oberkörper nach unten abzugrenzen und die Organe vor dem Absinken und Herausfallen zu schützen. Für diese Aufgaben braucht er Kraft und gleichzeitig Flexibilität, denn er soll mitschwingen in allen Situationen des Leben. Wenn der Druck im Bauchraum sich erhöht muss er kraftvoll dagegen halten, um sich selbst und die Wirbelsäule zu schützen. Erhöhter Druck im Bauchraum entsteht jedesmal wenn die Bauchmuskeln aktiv sind oder das Zwerchfell nach unten drückt (schwer heben, Springen,Niesen, Husten). Normalerweise kann das der Beckenboden ganz von allein, leider macht ihn unser Lebensstil schwach. Wir bewegen uns zu wenig und wenn dann nicht vielfältig genug. Ganz früher, als wir unsere Nahrung noch selbst sammeln, pflücken, ausgraben und jagen mussten, da waren unsere Bewegungen ein wunderbarer Mix aus Schreiten, Balancieren, Sprinten, Bücken usw. Nicht nur deshalb ist es wichtig, den Beckenboden in dein Bewusstsein zu holen.
Kontrolle und Sicherheit
Die Definition von Kontrolle in der Physiologie des Beckenbodens beinhaltet das Zurückhalten von Ausscheidungen und zum gegebenen Zeitpunkt, das vollständige Loslassen. Die Schließmuskeln sind Teil des Beckenbodens und wenn er die Kontrollfunktion verliert, folgen daraus Gefühle von Unsicherheit und Kontrollverlust. Der Alltag wird erschwert und das Lebensgefühl kann negativ beeinflusst werden. Ein lebendiger, starker Beckenboden hingegen, läßt dich sicher und voller Vertrauen fühlen.
Auf- und Ausrichtung, Stabilität
Ein aktiver Beckenboden richtet das Becken auf und führt zu einer gesunden Ausrichtung von Wirbelsäule, Knien und Füßen. Der Beckenboden sorgt für Stabilität im ganzen Körper, unter anderem dadurch, dass das Kreuzbein gut im Becken verkeilt ist. Er schenkt uns zusammen mit der Rumpfmuskulatur (Core) eine Kernstabilität, die Bewegungen der Extremitäten zulässt ohne den unteren Rücken zu belasten. Wir stehen sicher in unserer Zentralachse und nichts kann uns so schnell umwerfen. Auch hier wird wieder klar, wie wichtig der Beckenboden für den Körper ist.
Entspannung und Sexualität
Werfen wir kurz einen Blick auf unser Nervensystem : Es ist in unserer Natur vorgesehen, dass wir gut mit Stress umgehen können. Es gibt jeweils ein System für Stress (Gefahr) und eins für Entspannung. Auf einen Gefahrenmoment folgt eine Phase der Entspannung – so war es jedenfalls früher. Heute bedrohen uns nicht mehr die wilden Tiere oder Naturgewalten, sondern unser Alltag. Wir sind in Daueranspannung und es fehlen die Erholungspausen. Dem Beckenboden geht es ähnlich, er reagiert mit Anspannung in stressigen Zeiten und wenn wir ihn nicht bewusst entspannen, bleibt er in dieser Dauerspannung ohne dass wir es merken. Das was wir spüren sind Rückenprobleme, Nacken- und Kieferverspannungen und vieles mehr. Die Basis für Beckenboden Bewusstsein ist also Entspannung! Nur dann ist es möglich mit ihm zu arbeiten und uns in der Sexualität große Freuden zu bereiten. Es ist von enormer Bedeutung für eine erfüllte Sexualität, den Beckenboden willentlich zu kontrahieren und zu entspannen. Ausserdem trägt die Fähigkeit zu Hüftöffnung durch flexible Hüftgelenke dazu bei, dass der Beckenboden weit und gedehnt wird. Anspannung in dieser Dehnung kann die Lust steigern.
Unser Körper ist Energie und Energie fliesst durch uns. Laut der yogischen Philosophie ballt sich Energie in unserem Körper in 7 Zentren, auch Chakras genannt. Jedes Chakra beinhaltet verschiedene Lebensthemen. Fliesst die Energie ungehindert, sind wir in Balance, glücklich und zufrieden.
Wurzelchakra – Muladhara Chakra
Stell dir ein Chakra als Energierad vor, welches sich frei dreht und dich mit der jeweiligen Energie versorgt. Im Beckenboden befindet sich das Wurzelchakra, welches für unsere Basisthemen, wie Urvertrauen, Sicherheit, Herkunft, Kontrolle, Stabilität und Erdung steht. Ganz klar, dass Probleme mit dem Beckenboden die oben genannten Gefühle hervorrufen. Ist der Beckenboden schwach oder in Daueraktivität, kann die Energie nicht frei fliessen. Das wirkt sich auf unsere Gesamtenergie aus, denn das Wurzelchakra ist die energetische Basis für alle anderen Energiezentren. Ich habe diesen Energiefluss in uns in einem langen Satz zusammengefasst.
Mit starken Wurzeln, voller Vertrauen die Süße des Lebens genießen, mit Feuer ein wunderbares Dasein erschaffen, bedingungslos lieben, authentisch, klar kommunizieren, der inneren Stimme Gehör schenken und im Glauben an eine höhere Macht mit dem Universum verbunden sein – das ist unser Auftrag.
Die Arbeit mit dem Beckenboden stärkt das Wurzelchakra und bringt es wieder in Balance. Damit zu starten ist ein sinnvoller Weg, um auch die anderen Chakren zu harmonisieren.
Der körperliche Zustand wirkt sich auf die Psyche aus. Die psychischen Befindlichkeiten beeinflussen den Körper.
Der Beckenboden reagiert auf Stress (auch der in unserem Kopf) wie oben schon beschrieben mit Anspannung. Wenn wir nicht in der Lage sind uns ganzheitlich zu entspannen, bleibt diese Wechselwirkung bestehen. Der Beckenboden leidet, obwohl er keinen körperlichen Belastungen ausgesetzt ist.
Umgekehrt ist es ebenso – ein instabiler Beckenboden, kann sich durch eine labile Psyche, mangelnde Selbstliebe und innere Zerrissenheit bemerkbar machen. Probleme mit dem Beckenboden, wie Inkontinenz bringen Unsicherheit in den Alltag.
Ganzheitliches Beckenboden Training kann also Heilung auf allen Ebenen bedeuten.
Du siehst, es gibt jede Menge Gründe sich mit dem Beckenboden zu beschäftigen.
Melde dich gern bei mir, wenn du mehr wissen willst!
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